Argumente

1.  Jede Stimme hat den gleichen Wert

Im aktuellen Wahlsystem zählen nicht alle Stimmen gleich viel. Das Gewicht der einzelnen Stimmen wird durch den Wahlkreis und die Parteipräferenz bestimmt. Wer im falschen Wahlkreis wohnt, hat je nachdem keine Chance, dass die eigene Stimme im Kantonsrat vertreten ist. Diese Ungerechtigkeit ist nicht zufällig, sondern systematisch. Der Doppelproporz stellt sicher, dass jede Stimme denselben Wert hat – egal wo man wohnt, egal wen man wählt. Das ist nichts anderes als fair!

2. Der Kantonsrat als Abbild des Volkes

Der St. Galler Kantonsrat bildet den Wählerwillen nur ungenau ab. Bei der Sitzverteilung werden die Stimmen von kleinen Parteien systematisch abgerundet, die Stimmen von grossen Parteien aufgerundet. Dies führt dazu, kleinere Parteien meistens über 50% mehr Stimmen für einen einzelnen Kantonsratssitz brauchen als die grössten Parteien. Bei den Kantonsratswahlen 2024 erhielt die SVP pro 942 Wählende einen Kantonsratssitz, während die GRÜNEN oder die GLP rund 1400 Wählende brauchten. Der Doppelproporz macht Schluss mit dieser Verzerrung – das Ergebnis wird zum echten Abbild des Volkswillens.

3. Kein Experiment – bewährte Praxis in 10 Kantonen

Der Doppelproporz ist kein theoretisches Modell, sondern gelebte Realität. Aargau, Graubünden, Schaffhausen, Zürich und sechs weitere Deutschschweizer Kantone wenden ihn bereits erfolgreich an – teilweise seit 20 Jahren. Die Erfahrungen sind eindeutig: Das Wahlsystem wird fairer, proportionaler, die befürchteten Nebenwirkungen bleiben aus. Mit dem Doppelproporz erfindet der Kanton St. Gallen nicht das Rad neu, sondern übernimmt ein erprobtes Wahlsystem.

4. Die Wahlkreise und die regionale Vielfalt bleiben

Der Doppelproporz macht das Wahlsystem fairer, behält aber weiterhin die Wahlkreise bei. Somit wird sichergestellt, dass der St. Galler Kantonsrat die verschiedenen Regionen des Kantons vertritt. Damit bleibt die Verbindung der Kantonsratsmitglieder zu ihrer Region bestehen und die regionale Vielfalt im Kantonsrat hat Bestand. Zudem bleibt das Wahlverfahren für die Wählenden dasselbe wie bisher und es kommt zu keinen Verwirrungen bei der Stimmabgabe.

5. Die Demokratie stärken

Weltweit geraten Demokratien unter Druck. Wahlen werden angezweifelt, Vertrauen in Institutionen schwindet. Die beste Antwort darauf ist das Stärken der eigenen Demokratie. Mit einem Wahlsystem, das jeden Stimmzettel gleich gewichtet und das Parlament zum echten Spiegel des Volkswillens macht, stärken wir das Vertrauen in die Demokratie von Grund auf. Der Doppelproporz ist ein demokratisches Signal: Deine Stimme zählt. Wirklich.